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Sonntag, 8. März 2009

Robin Hood - König der Diebe

Wenn man schon mal in England ist, dann kommt man natürlich nicht umhin, einmal den König der Diebe in Nottingham zu besuchen - leider zwar nicht Sherwood Forest, weil der zu weit weg ist, aber egal. In Nottingham gibt es ja immerhin einen Maid Marian Way, ein Schloss und sogar noch einen Sheriff.

Ich habe den Tag gestern etwas später begonnen und war erst gegen 12 Uhr in Nottingham, was aber eigentlich auch nicht so schlimm ist. Grundsätzlich hat die Stadt leider nicht sehr viel zu bieten, aber das was man sich ansehen kann, kostet ziemlich viel Zeit - manchmal schon allein um die Sehenswürdigkeit zu finden :D

Als erstes habe ich mir natürlich das Schloss angesehen. Auf dem Weg dorthin kommt man am ältesten Pub Englands vorbei. Den gibt es schon seit 1189 und sieht von innen nicht schlecht aus. Ich war dort aber nicht essen.
Das Schloss liegt auf einem Berg und am Fuße des Berges bekommt man schon einen ersten Eindruck vom Höhlensystem in Nottingham. Die Stadt steht nämlich komplett auf Sandstein und die Menschen haben dort im Laufe der Jahrhunderte Höhlen hinein gebaut um darin zu leben - heute wohnt da natürlich keiner mehr.
Nach einer ersten kurzen Begutachtung der Höhlen von außen bin ich dann weiter den Berg hoch gelaufen und kam prompt an der Robin Hood Statue vorbei. Dort habe ich dann erstmal ein paar Tourifotos geschossen und bin dann weiter zum Schloss. Leider ist das ursprüngliche Schloss zerstört und ein neues gebaut worden. Das neue sieht allerdings nicht so sehr wie ein Schloss als wie ein riesiges Herrenhaus. Die Parkanlage ist aber trotzdem schön und man hat einen sehr guten Blick über die Stadt. Ich musste gestern aufpassen, dass mir der Fotoapparat nicht aus der Hand gerissen wird, weil so ein Sturm war.
Im Schloss sind heute immer wechselnde Ausstellungen, die habe ich mir natürlich angesehen - ich musste mich ja schließlich von dem Sturm wieder ein bisschen aufwärmen. Es gibt im Schloss auch ein kleines Museum über die Geschichte Nottinghams. Das ist recht gute gemacht, durch die vielen Ausstellungsstücke wirkt es sehr aktiv. Ich habe nur nicht verstanden wie man dort durchgehen soll...ich habe so im 16. Jahrhundert angefangen mich in die Zukunft vorgearbeitet und landete dann wieder in der weit weit entfernten Vergangenheit :D
Nachdem ich mir alles angesehen hatte, bin ich noch ins Brewhouse Yard Museum gegangen (war in meiner Eintrittskarte für das Schloss mit drin). Das Museum liegt direkt neben dem alten Pub, also musste ich den Berg wieder runter.
Das Museum dort zeigt das Leben der Menschen in Nottingham im Laufe der Jahrhunderte. Das ist wirklich sehr liebevoll gestaltet, zwischendurch gibt es immer wieder Stücke, die man genauer untersuchen kann und dort alles anfassen und riechen etc. darf. Im Museum kann man dann auch einen Blick in einige der Höhlen werfen. Ziemlich bedrückend irgendwie. Ich hätte da nicht wohnen wollen, aber die Menschen scheinen damals das beste draus gemacht zu haben...außerdem waren die Höhlen ja sicher vor äußerlichen Einflüssen.

Als ich mir im Brewhouse Yard alles angesehen hatte, wollte ich zum Marktplatz, dazu musste ich - wie sollte es auch anders sein - den Berg wieder hoch.
Nach 5 oder 10 Minuten war ich auch schon dort und konnte das Riesenrad angucken und das Rathaus...ich denke zumindest, dass es das Rathaus war. Die Stadt war gestern so voll mit Leuten, dass man kaum treten konnte. Nottingham ist einfach eine sehr gute Stadt zum Shoppen. Ich habe mich dann erstmal auf die Suche nach etwas Essbarem gemacht - also McDonalds. Auf der Suche konnte ich noch einen Eindruck vom Stadtkern gewinnen. Nottingham hat zwar viele hässliche neue Gebäude, aber hier und da findet man immer wieder ein sehr schönes, gut erhaltenes altes Gebäude, das die Stadt viel attraktiver macht.

Nach dem Essen wollte ich mir die Höhlen von Nottingham angucken (es gibt dazu noch ein separates Museumsdings). Allerdings musste ich die erstmal finden. Die Wegweiser in der Stadt lassen teilweise wirklich zu wünschen übrig. Gott sei Dank war in meinem Reiseführer ein kleiner Stadtplan. Außerdem stand im Reiseführer, dass der Eingang zu den Höhlen in einem Einkaufszentrum im oberen Stockwerk sein soll.
Nach einer halben Stunde (eigentlich hätte der Weg nur maximal 10 Minuten gedauert) hatte ich dann auch das Einkaufszentrum gefunden. Genau davor stand auch wieder ein Wegweiser, wo auch die Höhlen von Nottingham ausgeschildert waren. Interessanterweise zeigte der Wegweiser aber weg vom Einkaufszentrum. Weil ich dachte "OK, vielleicht ist das nur die zum Einkaufszentrum gehörige Bushaltestelle", bin ich dem Wegweiser gefolgt und kam dann an einen Wegweiser, der genau in die andere Richtung zeigte, also zurück zum Einkaufszentrum. Ich bin natürlich auch in das Einkaufszentrum rein und wollte ins obere Stockwerk fahren, nur leider führten die einzigen Treppen nach unten und auf dem Stockwerk wo ich war, war kein Eingang. Verwirrung pur.
Ich bin dann erstmal zu einem Händler auf der Straße gegangen und habe den gefragt wo die Höhlen sind. Er meinte dann, man muss die Treppen runter. Ok, gesagt getan und direkt am unteren Ende der Treppe war dann auch der Eingang. Ich hab eine Karte für die nächste Tour gekauft und hatte dann noch eine viertel Stunde Zeit. Die habe ich genutzt um zu gucken, ob das Einkaufszentrum noch einen anderen Eingang hat und den hatte es natürlich. Ich hatte dann aber keine Zeit mehr, genauer zu gucken.

Wenn man die Höhlen besichtigt, darf man einen lustigen Helm tragen...die sind mir immer zu groß, selbst wenn ich sie auf die kleinste Größe stelle :(
Egal, man geht runter in die Höhlen und kann sich erstmal alles allein ansehen bis man zu einem Schild kommt, auf dem steht "Auszubildende gesucht". Dort muss man dann warten und dann kommt ein Ledermacher. Aha, man soll also Leder herstellen. Die Höhlen wurden im 15. Jahrhundert als Gerberei genutzt. Bin ich froh, dass ich da nicht leben und arbeiten musste. Der Leder-Herstellungsprozess ist nicht gerade appetitlich. Unter anderem wurden die Tierhäute in ein Gemisch aus Urin, Stuhl, toten Tieren, Gehirne und alles eklige was man so findet, gelegt...dadurch lösten sich die letzten Haare. Und die Menschen standen mit in dieser Suppe. Der Gestank war wohl unerträglich und man wurde ihn auch nicht mehr los. Tolle Wurst! Nachdem wir in die Geheimnisse der Gerberei eingeführt wurden, wollte natürlich keiner von uns dort arbeiten - vor allem bei einem Jahreslohn von 50 Pence.
Die nächste Station führte uns bereits ins Jahr 1939. Die Höhlen wurden in der Zeit des Zweiten Weltkriegs als Luftschutzbunker genutzt. Der Zuständige Aufpasser dort hat uns dann erklärt wie das damals alles ablief und uns ermahnt (wir befanden uns ja schließlich im Jahr 39), dass wir immer unsere Gasmasken mitnehmen sollen und alles so oft verwenden sollen wie es geht, weil ja überall gespart wurde. Außerdem sollten wir immer vorsichtig sein mit wem wir was besprachen, es könnte ja ein Spion dabei sein. Und wie sollte es auch anders sein, es wurde prompt jemand aus der Gruppe als Spion entlarvt. Neben ihm lag ein deutsches Buch mit Schlachtplänen, das ihm angeblich gerade aus der Jacke gefallen war. Ich hätte es sehr lustig gefunden, wenn ich an der Stelle gestanden hätte :D
Da die Bombeneinschläge mit der Zeit weniger wurden, durften wir weiter gehen. Der Weg führte dann an Höhlen vorbei, die zum Wohnen und als Pubs benutzt wurden. Dann war die Tour auch leider schon wieder zu Ende.
Weil es schon nach vier war, habe ich mich noch ein bisschen in der Stadt umgesehen und bin dann auch schon wieder zurück zum Bahnhof, weil mein Zug kurz nach 5 fahren sollte.
Kurz vor 8 war ich dann wieder zu Hause. Gerade noch rechtzeitig, denn der Sturm wurde immer stärker und dann hat es angefangen zu schütten - aber richtig extrem.

Heute regnet's auch schon fast die ganze Zeit und es ist immernoch recht stürmisch. Aber ich muss ja Gott sei Dank nicht raus. Da es das letzte Wochenende ist, werd ich heute mal putzen...

Sonntag, 1. März 2009

"Was ist das für ein Tier?" "Ein Bulle?" "Nein, der hat nicht solche Hörner..."

Gestern bin ich nach Oxford gefahren. Dazu bin ich sogar früher aufgestanden als wie wenn ich zur Arbeit muss. Der Wecker hat zwar zur gleichen Zeit geklingelt, aber diesmal bin ich sogar gleich aufgestanden - 10 vor 7.
Nach einer Stunde (wie immer) zum Bahnhof und ein bisschen mehr als 2 Stunden Zugfahrt bin ich um 11.14 Uhr in Oxford angekommen.

Ich bin aus dem Bahnhof raus...und direkt in einer Reisgruppe von deutschen Au-Pairs und Praktikanten gelandet. Da lief ich neben zwei Mädels, die sich gerade darüber unterhielten, was denn die Statue am Bahnhof sein soll - eine Kuh, ein Bulle? Vorlaut wie ich manchmal bin ,habe ich dann gesagt "Vielleicht ein Ochse? Das würde zumindest zum Namen passen" Nach ein wenig hin und her kamen die beiden dann auch zum Schluss, dass es wohl ein Ochse ist. Ist eigentlich auch wenig verwunderlich, da Ox Ochse heißt und im Stadtwappen von Oxford ein Ochse zu sehen ist :D

Grundsätzlich war es aber sehr praktisch, dass ich in der Reisegruppe gelandet bin. Da die nämlich geführt war, wurde ich direkt und ohne Probleme ins Stadtzentrum geführt. Dort habe ich mich dann auf den Weg gemacht, das Haus von J.R.R. Tolkien zu suchen - und bin prompt ein bisschen falsch gelaufen. Ich hab's aber schnell gemerkt und dann auch die richtige Straße, die mich zum Haus führen sollte, gefunden. Das war die Banbury Road, eine der Hauptstraßen. Das Haus sollte in der Northmoor Road sein. Ich dachte die ganze Zeit, dass die Northmoor Road eine Querstraße zur Banbury Road ist - das war sie aber nicht... Ich bin also die Banbury Road entlang gegangen und habe die Northmoor Road einfach nicht gefunden. Irgendwann war ich soweit gelaufen, dass ich dachte "Hmm, hier muss das doch irgendwo sein" Aber es war nichts zu sehen. Und was macht man wenn man etwas nicht findet? Richtig! Man fragt den Postboten. Der meinte zwar er weiß wo die Straße ist, musste dann aber doch noch in seinem Handy nachsehen. Mit seiner Hilfe habe ich dann endlich das Haus gefunden. Es ist eigentlich nicht spektakulär, in einer netten Wohngegend und am Haus ist eine blaue Plakette angebracht, auf der steht "J.R.R. Tolkien, Author of The Lord of the Rings lived here from 1930-1947".

Nachdem ich das Haus lang genug angestarrt und Fotos davon gemacht hatte, habe ich mich auf den Weg zum Pitt Rivers Museum gemacht. Dort spielen Szenen der "His Dark Materials" Trilogie. Der Hauptcharakter Lyra versteckt sich dort, wirft einen Blick auf ihr Alethiometer und findet einen Schädel mit einem runden Loch in der Schädeldecke - wer die Geschichte kennt, weiß wovon ich rede, wer nicht: egal :). Diesen Schädel gibt es dort wirklich und das wollte ich mir ansehen und herausfinden ob das Museum so aussieht wie ich es mir vorgestellt hatte.
Um dort herein zu kommen, muss man erst das University Museum finden...das hat eine Weile gedauert. Nach einer halben Ewigkeit - ich hatte ja schließlich nicht ewig Zeit in Oxford - habe ich es entdeckt. Das Museum ist wirklich schön, mit vielen Artefakten der Evolution. An der Rezeption habe ich dann gefragt wie ich denn zum Pitt Rivers Museum komme und da sagt mir doch der nette Herr "Normalerweise einfach geradeaus durchs Museum, aber unglücklicherweise ist das Pitt Rivers noch bis Mai geschlossen, Renovierungsarbeiten" Na toll! Umsonst das Museum gesucht. Naja, ich habe mich dann noch eine Weile im University Museum umgesehen und mich dann wieder auf den Weg in die Stadt gemacht. Mittlerweile war es 1 Uhr.

Auf dem Weg kam ich an der Bodleian Library vorbei gekommen. Leider kann man diese nur in einer geführten Tour besichtigen, dazu hatte ich aber keine Zeit. Wenn ich nochmal nach Oxford fahre, werde ich das aber tun, denn in dieser Bibliothek hat Tolkien angeblich viele Stunden verbracht als er "Der Herr der Ringe" schrieb und außerdem wurden dort Szenen aus Harry Potter gedreht.
Ich habe also nur Fotos von außen gemacht und bin dann weiter gegangen, vorbei an der Radcliffe Camera, auch eine Bibliothek, die man leider nicht betreten darf, da diese aktiv von Studenten genutzt wird.

Hinter der Radcliffe Camera liegt die St. Mary the Virgin Kirche. Dort bin auch auf den Turm gestiegen. Eine herrliche Aussicht. Blick über ganz Oxford und man kann sogar ein bisschen in die Innenhöfe der Colleges sehen, in die man sonst nicht rein kommt - leider. Ich wäre so gern mal bei einer Vorlesung dabei gewesen um zu sehen, wie das dort so läuft.
Allgemein würde ich gern mal eine Zeit lang in Oxford studieren. Die Atmosphäre dort ist einfach so toll. In der ganzen Stadt sind die Colleges verteilt, überall laufen Studenten durch die Gegend. Die sind alle ziemlich leicht zu erkennen, da ziemlich viele ein T-Shirt oder einen Pullover ihrer Uni trugen. Einfach nur genial, wirklich. Da ich so beeindruckt war, habe ich mir erstmal einen Oxford University Pullover gekauft (für 20 Pfund ging das eigentlich, vor allem wenn ich überlege dass mein Hard Rock Café Shirt 20 Pfund gekostet hat...) Ich war zwar nicht in einer Vorlesung dort...aber ich hab mir die Colleges angesehen :D Und ein richtiger Student dort würde ja auch das Wappen seiner Colleges auf dem Kleidungsstück haben, deswegen denke ich, man kann das akzeptieren, dass ich einen Pulli gekauft hab. Ist ja nur ein Andenken...oder vielleicht ein Ansporn, mich dort für ein Master Studium zu bewerben? Wer weiß...

Ich war dann fix was essen und bin dann auf den Carfax Tower gestiegen und konnte die herrliche Aussicht über Oxford - trotz Wolken - noch einmal genießen. Von dort konnte ich auch das Christ Church College sehen, das wohl größte und älteste College in Oxford. Das sollte auch mein nächster Anlaufpunkt werden.

Also wieder runter vom Turm und auf zum College! Dort angekommen erwartete mich erst einmal eine lange Schlange vorm Einlass. Während ich wartete, hatte ich Gelegenheit die verschiedenen Besuchergruppen zu beobachten. Eine Gruppe aus einem Spanisch sprechenden Land hat besondere Aufmerksamkeit erregt. Die trugen allesamt Cambridge Pullis :D Ich frage mich warum man sowas macht, wenn doch überall bekannt ist, dass Cambridge und Oxford verfeindet sind. Die hatten Glück, dass sie nicht verprügelt wurden, wirklich... Gott sei Dank verging die Warterei aber relativ schnell - ich glaube, es war maximal eine halbe Stunde später - und ich konnte mir das College von innen ansehen - zumindest den Teil, der für Besucher frei gegeben ist.
Das College ist einfach unglaublich! Es ist schon toll sich das einfach nur mal so anzusehen, aber was das Christ Church College außerdem noch so attraktiv für Besucher macht, ist die Große Halle, der Speisesaal des Colleges. Dieser Saal gab nämlich die Inspiration zur Großen Halle aus den Harry Potter Filmen. Ich bin mir grad nicht so sicher, ob dort auch Szenen gedreht wurden (also in der Halle), aber sie sieht wirklich genauso aus, wie die Halle in Hogwarts. Und ich hatte die Chance mir diesen Ort genauer anzusehen! Richtig klasse! Zudem denke ich, dass definitiv eine Szene aus "Der Stein der Weisen" auf der Treppe zur Halle gedreht wurde. Dort trifft Harry zum ersten Mal auf Draco Malfoy (im Film). Dort musste ich mich natürlich fotografieren lassen von verrückten Asiaten, die gestern zu Hauf in Oxford unterwegs waren :D
Die Kathedrale - die kleinste in England (oder sogar der Welt?) - des Colleges ist wunderschön und richtig gut erhalten. Dort gibt es sogar ein Fenster, dass etwas mit "Alice im Wunderland zu" tun hat, da der Autor im Christ Church College zu der Geschichte inspiriert wurde.
Nach der Kathedrale gings zur Picture Gallery. Ich bin dort einfach rein gegangen ohne mir etwas schlimmes zu denken. Ich guckte mir gerade die Bilder an, da sprach mich eine Frau vom Personal an und meinte ich müsste noch Einlass bezahlen. Hups! Hab ich gar nicht beachtet, dass die Gallerie nicht im Einlass inbegriffen war. Naja egal, bezahl ich einfach noch. War ja nur ein Pfund, da ich für den Rest ja schon bezahlt hatte und somit nur noch den halben Preis zahlen musste.

Als ich mir das College dann zu Ende angesehen hatte und wieder draußen war, hörte ich lautes Gejohle. Da dachte ich mir, dass ich dort doch noch schnell hingehen muss, ein bisschen Zeit habe ich ja noch. Also auf zur Quelle des Lärms!
Es stellte sich heraus, dass gerade die Ruderclubs trainiert haben. Schade, dass kein richtiger Wettkampf war, das wäre bestimmt interessant gewesen. Vor allem wenn man überlegt, dass gestern schon alle bei einem Training so abgingen! Wie soll das dann erst sein, wenn Oxford gegen Cambridge rudert??? Die totale Massenekstase wahrscheinlich. Genial!

Ich habe mich dann wieder zurück ins Stadtzentrum begeben und habe noch einmal beim Carfax Tower vorbei gesehen, da dort ein Cache versteckt ist. Den konnte ich mit Hilfe des Hinweises sogar ohne GPS finden.
Dann habe ich mich wieder ganz langsam zum Bahnhof begeben. Mir taten ja soooo die Füße weh, und die Beine, da wo sie in den Körper gehen! Und müde war ich, das war ich ja schon die ganze Woche.

Kurz vor 21 Uhr war ich wieder zu Hause, habe dann eine chinesische Nudelsuppe gegessen und ein bisschen fern gesehen und mit dem Schatzi geskyped.
Heute mache ich mal wieder einen Faulenzertag. Mir tun immernoch die Beine und Füße weh :D
Aber Oxford war echt sooooo toll. Gut, dass ich das durchgezogen habe :)

Samstag, 14. Februar 2009

Birmingham - eine Stadt...

...voller Deutscher. Nein, ehrlich, so viele Deutsche habe ich in meiner ganzen Zeit in England nicht gesehen. Selbst als ich vor ein paar Jahren mal in London war, liefen nicht so viele deutsche Touristen durch die Stadt.

Nachdem ich mich entschieden habe, einen Tick länger zu schlafen - also bis 8.45 Uhr, bin ich kurz nach 11 mit dem Zug nach Birmingham gefahren. Die Fahrt hat 51 Minuten gedauert und so war ich schon kurz vor 12 in Birmingham. Die Haltestelle New Street liegt direkt in der Innenstadt und wenn man aus dem Bahnhof heraus geht, hat man sofort ein riesiges Einkaufszentrum vor der Nase. Ich bin aber erstmal nicht reingegangen, sondern habe mich durch die Innenstadt geschlagen.
Es ist wirklich stark zu merken, dass Birmingham recht stark unter dem zweiten Weltkrieg gelitten hat, denn die Stadt ist dominiert von großen Betonklötzen. Aber hier und da findet sich noch das eine oder andere schöne Gebäude.
Als ich durch die Innenstadt in Richtung Victoria Square lief, habe ich mal kurz im Tesco vorbei geschaut. Und endlich habe ich gefunden was ich schon immer finden wollte aber bisher noch nicht gefunden habe - Chips mit Worcester Soßen Geschmack. Die musste ich natürlich kaufen, aber natürlich nur in einer kleinen Tüte. Ich muss sagen...viel kann man davon nicht essen :D Sie schmecken ungefähr wie Chips mit Essig, aber noch etwas würziger und irgendwie auch ein bisschen süß - eben wie Worcester Soße auf Chips...also sehr komisch. Aber ich musste das einfach probieren :D

Ich kam dann also ein paar Minuten und Chips später am Victoria Square an. Dort ist auch das Rathaus, dass eher in römischem Stil gehalten hat. Es gibt viele historische Gebäude und der Platz ist einfach ganz schön. Schade, dass das Wetter nicht so toll war. Bei Sonnenschein wäre dort bestimmt mehr los gewesen. Heute habe ich ein paar Jugendlichen beim Parcourstraining zugesehen und dann hat noch eine Gruppe von Menschen angefangen (ich glaub) afrikanische Musik zu machen. Wie gesagt - oder besser geschrieben - schade, dass das Wetter nicht besser war.

Vom Victoria Square bin ich dann in Richtung Jewellery Quarter gelaufen. Dieses Viertel ist wirklich der Traum jeder Frau. Ein Juweliergeschäft neben dem anderen. Und manche sind wirklich günstig aber trotzdem von sehr guter Qualität. Manche Geschäfte werben aber auch mit Slogans wie "Wir schlagen jeden Preis - bei uns gibt es Ringe schon ab nur 700 Pfund!"
In dem Viertel gibt es auch eine Schule für Juweliere, in der sie dir Kunst der Schmuckgestaltung etc. lernen. Ich wollte eigentlich auch dem Museum einen Besuch abstatten, aber leider hatte ich nicht soviel Zeit auf die nächste Führung zu warten, also habe ich mir nur eine kleine Ausstellung angesehen. Es ist schon klasse zu sehen, wie filigran manche Stücke bearbeitet wurden und aus welchen Materialien Schmuck hergestellt wurde und hergestellt wird.
Da es langsam Zeit wurde, etwas zu essen, bin ich wieder Richtung Innenstadt gelaufen und habe dort etwas gegessen.

Nach dem Mittag bin ich Richtung "The Mailbox" gegangen. Ich wusste nicht was das sein soll, aber wenn das auf den Wegweisern für Fußgänger drauf steht, läuft Claudi natürlich auch hin.
Es stellte sich heraus, dass dort einige Bars und Geschäfte sind und dort der Anfang eines schönen Wegs entlang einem der vielen Kanäle in Birmingham ist. Birmingham hat wohl mehr Kanäle als Venedig.
Wie auch immer, ich bin dann eine Weile entlang des Kanals gelaufen. Es war wirklich schön, aber ich habe mich geärgert, dass ich schon gegessen hatte, denn dort gab's wirklich schöne Bars und Restaurants und die Preise waren super. Zwischenzeitlich habe ich aufgrund des Wetters schon überlegt ins Sealife Center zu gehen, aber als ich die Schlange gesehen habe, bin ich weiter gegangen.
Mein nächstes Ziel war das ICC, das Internetional Convention Centre, also eine riesen Messehalle. Leider war im Moment keine Messe, also bin ich nur durchgelaufen und war auf dort auf dem Klo :D
Ich kam dann wieder dort raus wo ich Mittag gegessen hatte. Von dort bin ich wieder durch die Innenstadt zu einer Kathedrale. Die habe ich noch besichtigt. Englische Kirchen sind wirklich gut beheizt und irgendwie auch immer wieder interessant. Von dort ging's noch kurz in Richtung Chinatown.

Ich habe dann mal einen Blick auf die Uhr geworfen und es war schon halb 5. Ich wollte den Zug um 16.57 Uhr nach Stoke nehmen, jetzt musste ich also schleunigst noch zum Bahnhof. Ich hätte mir noch ein bisschen mehr angucken können, aber das meiste habe ich ja geschafft - also zumindest alles das was in meinem Reiseführer stand und da stand eine Menge :) Trotzdem gibt es noch Dinge, die ich noch nicht gesehen habe und Zeit zum Cachen hatte ich auch nicht :D

Alles in Allem aber ein gelungener Tag. Postkarten habe ich auch endlich abgeschickt. Jetzt heißt es nur noch Daumen drücken, dass sie auch ankommen...

Samstag, 7. Februar 2009

Derjenige, der die Heiße Schokolade erfunden hat, ist ein Gott

Heute war ich in Chester. Das ist in der Nähe von Liverpool und ungefähr eine Stunde mit dem Zug von Stoke entfernt.

Das Ticket für die Zugfahrt habe ich mir gestern nach der Arbeit relativ spontan gekauft. Eigentlich wollte ich mit Stefan nach York, aber das haben wir verschoben und eine Kollegin hatte mir Chester empfohlen. Also habe ich mich gestern nach Feierabend zum Bahnhof begeben und Tickets gekauft. Wenn ich das nicht gemacht hätte, wäre ich heute vielleicht zu faul gewesen...
Die Tickets zu kaufen war schon eine lustige Angelegenheit. Ich bin zum Schalter gegangen und habe gesagt ich würde gern nach Chester fahren. Der Bahnangestellte hat mir dann Zeiten rausgesucht und hat irgendwas gebrubbelt was ich nicht verstanden habe und ich habe mir dann einen abgestottert um ihm zu sagen, dass ich das Ticket sofort kaufen möchte. Er hat mich mit seinem Gebrubbel nämlich total verwirrt.
Ich hatte vorher im Internet geguckt, was ein Ticket so kostet. Dort stand, das billigste Ticket würde 8,70 Pfund kosten. Der Bahnangestellte hat mir 8,80 Pfund auf nen Zettel geschrieben. Ich habe ihn dann gefragt - verwirrt wie ich war - ob das für Hin- und Rückfahrt ist. Er hat irgendwas gesagt - ich habe ihn nicht verstanden. Also habe ich ihm einfach eine 20 Pfund Note gegeben und gewartet was er mir zurück gibt. Das Ticket bzw. die Tickets haben tatsächlich insgesamt nur 8,80 gekostet. Ein Schnäppchen, denn nur für die Rückfahrt von Manchester (ist sogar noch näher an Stoke) letztes Wochenende habe ich ja schon 11 Pfund bezahlt! Und ich hatte keinerlei Einschränkungen. Ich durfte mit jedem Zug fahren, den ich nehmen wollte (und hier gibt's viele Züge).

Heute früh bin ich um 8.00 Uhr aufgestanden und kurz nach 9 zum Bahnhof gelaufen. 10.34 Uhr sollte mein Zug fahren und ich brauche immer zwischen einer und anderthalb Stunden bis dorthin. Ich hatte also genug Zeit.
Ich war heute ziemlich schnell und hatte dann am Bahnhof noch eine halbe Stunde Zeit. Ich hab mich erstmal mit Zugfahrplänen und Flyern eingedeckt. Der Weg zum Bahnhof und die Warterei hat dazu geführt, dass mir schon ganz schön kalt war bevor die Reise überhaupt losging. Ich war froh als der Zug kam - und dann war der NICHT geheizt. Ich musste nach 20 Minuten Fahrt in Crewe umsteigen. Ich hatte dort auch 20 Minuten Aufenthalt und ich war so ausgekühlt und habe so gezittert, dass ich mir erstmal eine Heiße Schokolade holen musste. Vor lauter Zittern konnte ich fast kein Geld aus dem Portemonnaie holen.
Von Crewe ging's dann in einem beheizten Zug nach Chester. 11.45 Uhr war ich dort und machte mich auf den Weg in die Innenstadt.

Chester - die größte römische Siedlung in Großbritannien - ist wirklich schön. Ich bin erstmal die "The Rows" langgelaufen. Das ist die Einkaufstraße im Zentrum. Dort sind lauter kleine Geschäfte und alle - oder zumindest die meisten - Häuser sind Fachwerkhäuser. Man fühlt sich irgendwie ins Mittelalter zurück versetzt.
Ich habe gestern noch meinen Reiseführer durchgeblättert und gelesen, was der mir so in Chester empfiehlt (Danke Susi und Nadin!). Darin stand, man solle doch die 2 Meilen lange Stadtmauer langlaufen. Die zeiht sich komplett ums Zentrum und führt an den meisten Sehenswürdigkeiten vorbei. Also habe ich das mal getan. Und das war das beste was ich machen konnte. Erst dachte ich ja "Ok, da bin ich in einer Stunde mit durch und dann geh ich einfach cachen". Ich habe dann aber tatsächlich ungefähr drei Stunden gebraucht, weil es unterwegs einfach viel zu sehen gab.
Ich startete am Watergate und bin dann Richtung Schloss gelaufen. Vom Schloss ist leider nicht viel zu sehen gewesen, da wurde viel neu gemacht, aber es war trotzdem schön. Der Weg führt dann weiter zum Fluss Dee. Dort kann man Bootstouren machen, ich hab das heute aber gelassen. Weiter ging's dann wieder in Richtung Stadtinneres bis zum römischen Amphitheater. Das war auch das größte in Britannien. Die Hälfte wurde freigelegt. Genau hinter dem Amphitheater ist eine Kirche, die auch schon uralt war und die man besichtigen konnte. War wirklich schön und hinter der Kirche war ein kleiner Park, in dem ungefähr 10 Eichhörnchen rumgesprungen sind. Die waren Menschen anscheinend gewöhnt und kamen ganz dicht. Wenn man stehen geblieben ist, hatte man teilweise das Gefühl sie springen einen gleich an, weil sie denken man sei ein Baum. Auf jeden Fall total niedlich. Ich hätte denen stundenlang zusehen können. Eichhörnchen sind hier übrigens nicht rot sondern grau.
Naja, irgendwann habe ich mich dann wieder von den süßen Tierchen losgerissen und habe die Stadtmauer-Tour weitergeführt. In der Touri-Info hätte man dafür übrigens eine Karte mit Informationen zu den einzelnen Stationen kaufen können, aber die braucht man eigentlich gar nicht. Überall hängen Schilder, die alles erklären und auch noch interessante zusätzliche Informationen geben. Außerdem bleibt man so offener für das was man zusätzlich noch sehen kann. Es gab z.B. auch noch die römischen Gärten, klein aber schön.
Irgendwann kam ich am Eastgate an. Dort steht die zweitberühmteste Uhr Großbritanniens (nach Big Ben). Die musste ich natürlich auch fotografieren - insgesamt habe ich heute 201 Fotos geschossen. Ich hatte jetzt ungefähr die Hälfte der Tour geschafft, es war halb 2 und ich war hungrig. Also habe ich etwas gegessen - sehr nahrhaft: McChicken, Pommes, Cola.
Nach der Stärkung ging es weiter auf der Stadtmauer, vorbei am Kloster und am Glockenturm. Das Kloster (wenn es eins war...ich weiß das grad gar nicht...) sah aus wie Hogwarts :D
Die Stadtmauer-Tour neigte sich dann auch so langsam dem Ende. Gegen 3 kam ich wieder am Startpunkt an. Aber ich muss sagen, es hat sich wirklich gelohnt!

Da ich noch Zeit hatte, habe ich mich entschieden doch noch nach Caches zu suchen. Ich habe 3 versucht, keinen gefunden. Naja, es muss auch solche Tage geben.
Es war dann auch schon 4 Uhr und ich musste mich langsam wieder zum Bahnhof begeben. Der Zug den ich mir rausgesucht hatte, sollte 16.55 Uhr abfahren.
Am Bahnhof hatte ich dann noch 20 Minuten Zeit, die ich genutzt habe um ein paar Postkarten zu kaufen (ich sollte die Postkarten aber auch mal beschreiben, hab hier schon welche liegen aus Liverpool und Manchester...)
In Crewe musste ich wieder umsteigen. Und auch hier war ich wieder so ausgekühlt, dass ich mir wieder eine Heiße Schokolade geholt habe. Die hat mir heute wirklich das Leben gerettet :D

In Stoke angekommen, ging ich dann noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen und dann nach Hause. Auf dem Weg habe ich dann jemanden getroffen, den ich heute früh auf dem Hinweg an ungefähr der gleichen Stelle getroffen habe. Er ging mit seinem Hund gassi. Als er an mir vorbei lief, hat er auch was lustiges gesagt - und verwirrt wie ich immer bin, wenn ich was nur halb verstehe, habe ich dumm gelacht. Das klang bestimmt als sei ich nicht ganz dicht. Naja, was soll man machen, passiert eben. Beim Bahnhof hat mich auch ein junger Kerl angesprochen. Ich habe ihn nicht verstanden also sagte ich nur "Sorry, what?" Er wiederholte seinen Satz. Alles was ich verstand war "...spare cheese...to find fruit on the street...". Na das konnte mal definitiv nicht sein, also sagte ich einfach nur "No, sorry" :D

Alles in allem war das ein rundum gelungener Tag - das Wetter war super und die Stadt auch.
Jedem, der mal in die Ecke fährt, kann ich nur ans Herz legen mal nach Chester zu fahren und sich dieses kleine Städtchen anzusehen.

Sonntag, 1. Februar 2009

Von Liverpool, Manchester, Öfen und Timern...

Dieses Wochenende war ich viel unterwegs. Erst ging's nach Liverpool, dann abends wieder zu mir und am nächsten Tag (also heute) nach Manchester.

Von Liverpool...
Liverpool - Geburtsstadt der Beatles. Genau dort hin ging es gestern. Nachdem ich mich im Verlauf der Woche mit dem Miro-Stefan abgesprochen habe und wir uns darauf geeinigt hatten, dieses Wochenende Liverpool einen Besuch abzustatten, hat er mich dann gestern gegen 11 Uhr vormittags abgeholt und wir sind mit seinem Auto nach Liverpool gedüst.
Nach einer falsch genommenen Kreisverkehrausfahrt und einer Stunde Fahrt auf englischen Straßen kamen wir gegen 12 Uhr am Albert Dock an. Das ist eigentlich auch - neben den Schauplätzen der Beatles Geschichte - die Haupsehenswürdigkeit. Dort gibt es etliche Museen, auch Stadtführungen starten dort. So z.B. auch die Yellow Duckmarine Tour, bei der man in einem Amphibienfahrzeug aus dem 2. Weltkrieg erst durch Liverpool fährt und dann ducrh Hafengewässer. Diese Tour haben wir aber nicht gemacht....viel zu kalt.
Wir haben es vorgezogen erst einmal eine kleine Runde ums Albert Dock zu laufen und dann in die Innenstadt zu gehen. Liverpool, vor allem auch das Albert Dock, ist recht schön, schade, dass das Wetter nicht so toll war. Nachdem wir dann mehr oder weniger ziellos durch die Stadt gelaufen sind und die eine oder andere Sehenswürdigkeit begutachtet haben, haben wir auch die Einkaufsstraße gefunden - also quasi das Stadtzentrum. Wirklich schön, viele Menschen und an vielen Ecken sitzen Musiker und spielen diverse Songs.
Nach einer zünftigen Mahlzeit - McDonalds - haben wir uns auf die Suche nach Caches gemacht. Ich hatte ein paar rausgesucht, die wollten wir jetzt finden. Auf der Suche nach der Universität haben wir noch mehr Museen entdeckt und sind auch mal beim Bahnhof vorbei gegangen. Eigentlich hatten wir überlegt beide Tage in Liverpool zu verbringen und ich hätte dann mit dem Zug wieder nach Stoke fahren müssen, deswegen wollte ich wissen wo der Bahnhof ist.
Naja, nach einer kurzen Orientierungs- phase, in der wir auch noch durch Chinatown gelaufen sind, haben wir die Uni gefunden - aber leider den Cache nicht. Ewig gesucht, aber nichts gefunden...was vielleicht auch daran lag, dass wir den Hinweis nicht 100 % verstanden haben ;)
Also ging's jetzt auf zum zweiten Cache "Liverpool One". Der war in einem riesigen Einkaufszentrum versteckt, bzw. auf dem Einkaufszentrum, denn über den Läden war ein kleiner Park - der Chavassee Park. Den Cache haben wir dann aber relativ schnell finden können.
Weil es saukalt war und auch schon langsam dunkel wurde haben wir uns dann noch entschieden dem Beatles Museum einen Besuch abzustatten. Der Eintritt kostet dort für Erwachsene knapp 13 Pfund - ein teurer Spaß. Wenigstens gab es einen Studentenrabatt, wir haben nur etwas über 8 Pfund bezahlt. Geführt wird man durch das Museum mit einem Audio-Guide. Also jeder bekommt Kopfhöhrer und ein Tonbandgerät und schon kanns losgehen. In dem Museum wird die Geschicht der Beatles von den Anfängen bis zu ihrem Ende erzählt, mit dem Audio-Guide erfährt man vieles Wissenswertes, denn es geben auch viele Personen, die im Leben der Beatles eine Rolle gespielt haben, einen Kommentar ab. Für den Beatles-Fan auf jeden Fall ein Muss, aber ansonsten vielleicht ein bisschen zu viele Informationen. Ich hätte mir das Museum etwas lebendiger gewünscht z.B. mit mehr Originalinstrumenten oder so. Auf den nachgebildeten Sets hätte man ja auch dumme Fotos machen können, leider war fotografieren verboten (was mich dennoch nicht davon abhielt das eine oder ander Foto zu schießen). Alles in allem war das "Beatles Story" schon lohnenswert, denn man erfährt wirklich viel, aber in bisschen mehr Interaktivität hätte nicht geschadet - zumal ja immer ein Sergeant Pepper durch die Gegend lief :)

Da wir die wichtigsten Dinge in Liverpool gesehen hatten (wobei man definitiv nochmal für eine geführte Beatles-Tour hinfahren kann), haben wir uns entschieden zu mir zu fahren und dort zu übernachten, um dann am Sonntag nach Manchester zu fahren.

Von Öfen und Timern...
Damit wir bei mir nicht verhungern, holten wir uns zum Abendbrot jeder eine Pizza. Meine Küche ist ja voll eingerichtet, also auch mit einem Ofen.
Wir legten die Pizzen also in den Ofen, stellten ihn auf Heißluft und die entsprechende Temperatur.....................und nichts passierte. Zum testen hatten wir am Timer ein paar Minten eingestellt. Wir warteten und warteten und es passierte immer noch nichts. Der Ofen wollte einfach nicht warm werden. Egal was wir einstellten, es veränderte sich nichts. Nach dem Lesen der Bedienungsanleitung waren wir immer noch nicht schlauer. Irgendwann kamen wir auf die glorreiche Idee, den Timer doch mal etwas länger einzustellen und - oh Wunder! - jetzt funktionierte es! Wir konnten endlich essen! Bei Starsky & Hutch genossen wir unsere Pizza. Später haben wir noch Troja geguckt (bis 1 Uhr morgens).
Der Ofen war dann noch die ganze Nacht an. Also das klingt jetzt schlimmer als es ist. Die Temperatur war auf Null, der Timer war aus, nur der Knopf für das Programm stand noch auf Heißluft - es ist also gar keine Gefahr gewesen... ;)

Von Manchester...
Stefan wollte heute noch Fußball gucken, das hieß für uns wir mussten möglichst früh nach Manchester fahren, damit wir dort genug Zeit zum Sightseeing hatten und Stefan so gegen 1 wieder nach Clethorpes fahren konnte.
Also hieß das: 8 Uhr Frühstück, 8.30 Uhr auf nach Manchester!
Nachdem wir gestern ja ziemlich lang fern gesehen haben und ich zu allem Überfluss dann auch nicht einschlafen konnte, viel es mir wirklich schwer wach zu werden, als der Wecker um 7.30 Uhr das erste Mal klingelte. Wenigstens werde ich mit"Patience" von Take That geweckt - es lebe die Weckfunktion im Handy!
Nach einem netten Frühstück mit Brötchen etc. fuhren wir los. Kurz vor 10 Uhr kamen wir im Zentrum von Manchester an. Wir sind dann erstmal wieder mehr oder weniger ziellos durch die Stadt gewandert und haben einige Sehenswürdigkeiten, die wir uns auf der Karte rausgesucht hatten, angesehen. In Manchester liefen gerade Vorbereitungen auf ein chinesisches Neujahrsfest (auch wenn das eigentlich schon letzte Woche war). Wir sind zum Bahnhof gelaufen und ich habe mir eine Fahrkarte nach Stoke gekauft - hat 11 Pfund gekostet, man darf mit jedem Zug fahren und die Züge sind ungefähr so wie ein deutscher ICE.
Nachdem wir beim Bahnhof waren sind wir die Canal Street entlang gegangen - DIE Partystraße der Schwulen- und Lesbenszene :D Wussten wir aber vorher nicht.
Irgendwann haben wir uns auf den Weg nach Castlefield gemacht. Dort sollte es ein römisches Fort geben. Nach ungefähr 10 bis 15 Minuten laufen waren wir dort angekommen. Hier waren die Grundsteine Manchesters gelegt worden.
Meiner natürlichen Neugier forlgend sind wir noch zum Wasser gegenagen und dann über ein paar Brücken und wir landeten in einer sehr schönen, mal nicht nach Alkohol und diversen Körperflüssigkeiten riechenden Wohnsiedlung. Sogar die Sonne kam dann raus. Dort sind wir dann einen kleinen Weg entlang gelaufen und dann wieder zum Fort. Von dort aus haben wir uns wieder mehr in die Innenstadt begeben und haben sogar noch die Cathedral of Manchester endeckt. Dort stand dann wiederum ein großes Riesenrad, das irgendwie den Eingang zum risesigen Einkaufszentrum markierte.
Wir sind auch zum aufwärmen mal durchs Einkaufszentrum gelaufen und kamen dann in der Einkaufsstraße raus. Die hatten wir vorher immer irgendwie übersehen, obwohl wir öfter schon in der Nähe vorbei gelaufen sind.
Es war dann auch schon kurz nach 12 Uhr und wir entschieden uns etwas zu essen, diesmal ein Sandwich bei Subway. Nach dem Essen haben wir uns dann verabschiedet. Stefan hat sich auf den Weg nach Cleethorpes gemacht und ich bin noch ein wenig in Manchester geblieben. Ich wollte noch ins Hard Rock Café und mir endlich mal ein Shirt holen (19 Pfund).
13.42 Uhr bin ich mit dem Zug wieder nach Stoke gefahren, dauert ja Gott sei Dank nur knappe 40 Minuten.
Als ich in Stoke angekommen war, war mir so kalt, dass ich als ich mich gerade auf den Weg nach Hause machen wollte, nichmal umgedreht bin und mir am Bahnhof eine große Heiße Schokolade gekauft habe. Oh war die gut, mir wurde wieder warm. Gegen halb 4 war ich wieder in der Chatsworthpark Avenue.

Rundum ein schönes Wochenende mit einem verschneiten Ende, denn als ich zu Hause war hat es richtig angefangen zu schneien...wobei ich glaube, dass es jetzt schon wieder aufgehört hat und es morgen wahrscheinlich wieder alles geschmolzen ist.

Samstag, 24. Januar 2009

Newcastle-under-Lyme

Heute war ich zum zweiten Mal in Newcastle unterwegs, allerdings diesmal allein. So hatte ich genug Ruhe um mich dort mal genauer umzusehen.
Viel Sehenswertes hat Newcastle zwar auch nicht zu bieten, aber es gibt ein paar schöne Parks, die man sich ansehen kann und außerdem stehen dort bestimmt 8 Kirchen.
Damit ich nicht ziellos durch die Stadt laufen muss, habe ich mich gestern nach der Arbeit informiert, was es denn dort so für Geocaches gibt (Geocaching = Schnitzeljagd mit GPS). Ich hatte mir 6 herausgesucht, die ich heute suchen wollte.

Den Tag habe ich heute allerdings sehr ruhig begonnen. Ich bin gegen 11 Uhr aufgestanden, habe mich langsam fertig gemacht, gefrühstückt, mit dem Herzallerliebsten geskyped und bin dann gegen 12.30 aus dem Haus.
Mit dem Bus ging es dann nach Newcastle. Nachdem ich mir alles erst einmal nur so angeguckt hatte, habe ich mich dann aufgemacht um Caches zu suchen.
Den ersten fand ich an einer vielbefahrenen Hauptstraße. Es handelte sich um ein klitzekleines Behältnis (Nano), das an einem Straßenschild befestigt war. Dumm war nur, dass gerade Stau war und im Haus neben dem Schild gerade Leute eingezogen sind... Mich konnten alle genua beobachten. Ich habe es aber dann doch mit der alten "ich mache meinen Schuh zu und krame im Rucksack" - Taktik hinbekommen den Cache zu heben und zu loggen. Danach gings auf zum College, den Cache dort habe ich fix gefunden. Beim dritten Cache musste ich eine ganze Weile suchen. Rings umher lauter Bäume und da soll man dann eine kleine schwarze Filmdose finden - toll. Ich wollte gerade gehen, da hab ich die Dose doch noch entdeckt. Gott sei Dank war das Wetter gut, denn nach der langen Sucherei war mir schon etwas kalt. Um mich ein wenig zu stärken und warm zu werden, habe ich mir bei McDonald's einen Cheeseburger gegönnt.
Auf ging's zum vierten Cache des Tages. Gefunden hatte ich den auch recht schnell. Es gab nur ein Problem: Der Baum in dem die Filmdose steckte, wuchs an einem Abhang. Man musste ungefähr 2m den Abhang hinunter um an den Cache zu gelangen. Das habe ich dann auch gemacht. Ich hielt die Dose gerade in den Händen...............und zack! da rutschte ich weg, weil der Boden aus Matsch und Blättern bestend. Und ich kam den Abahng nicht mehr hinauf, bin noch ein zweites Mal ab. Am ende sah ich aus wie eine Sau - und ich musste ja noch in die Öffentlichkeit, wollte ein bisschen einkaufen und durch die Stadt gehen! Also erstmal in die Sonne setzen und den Matsch an Hose und Jacke trocknen lassen. Nach ein paar endlosen Minuten konnte ich den gröbsten Dreck abschlagen und begab mich auf die Suche nach Cache 4 und 5. Die habe ich aber beide nicht gefunden, aber es waren ganz nette Plätzchen wo ich zu suchen hatte, also nicht weiter schlimm.

Gegen 5 Uhr machte ich mich dann auf den Heimweg, wollte aber noch nicht direkt nach Hause sondern erst nach Stoke ein bisschen einkaufen.
Ich ging also zum Busbahnhof und nahm den richtigen Bus. Das Problem bei englischen Bussen ist allerdings, dass nie die nächste Station angezeigt wird und es keinen Haltestelleplan nimmt. Wenn man austeigen will muss man wissen wo die Haltestelle ist und auf einen STOP-Knopf drücken, damit der Fahrer weiß, dass er anhalten muss. Wenn man aber nicht weiß wo man aussteigen muss, macht das die Sache ein wenig komplizierter.
Wir fuhren also los und ich passte auf ob mir etwas bekannt vorkam, wenn ja würde ich auf den Knopf drücken. MIR KAM ABER NICHTS BEKANNT VOR!!!
Gott sei Dank blieb der Bus an einer Haltestelle etwas länger stehen. Ich wartete kurz ab, ging zum Busfahrer und fragte ihn ob er denn weiß wie ich am besten zum Supermarkt komme.
Englische Busfahrer sind von Haus aus freundlicher als deutsche, also stieg er aus und zeigte mir den Weg - ich hatte genau an der richtigen Haltestelle gefragt, aber das hätte auch schief gehen können :D

Einkaufen - Heute testete ich mal den englischen LIDL, mir hängt das Toastbrot nämlich jetzt schon zum Halse raus. Und im LIDL gab es tatsächlich deutsches - richtiges deutsches - Vollkornbrot. Davon habe ich erstmal 2 Packungen gekauft. Auf Käse habe ich allerdings verzichtet, nachdem im Regal 2 schimmelige Packungen lagen.
Im Sainsbury's habe ich dann noch alles weitere besorgt, u.a. auch ein paar frische Brötchen - die waren vielleicht schmackhaft! Außerdem habe ich mal Marmite gekauft, einen sehr interessanten Brotaufstrich, den ich mal testen möchte - der schmeckt bestimmt total eklig, ist aus Bierhefeextrakt.

Nach dem Einkaufen bin ich dann den einstündigen Weg nach Hause gelaufen. Hat aber ein bisschen länger gedauert, weil ich müde und der Rucksack schwer war.

Nach 7 Stunden unterwegs kam ich dann wieder im trauten Heim an und habe ertsmal meine dreckigen Sachen gewaschen und mich dann mit frischen Brötchen, Salami, Käse, Tomate und einer Mandarine verköstigt.

Sonntag, 18. Januar 2009

Was für eine Stadt...

...dachte ich mir heute, als ich durch Stoke lief. Aber der Reihe nach:

Heute ist (wenn man Freitag nicht mitzählt) mein zweiter Tag in England. Den ersten Tag habe ich genutzt um mit meiner Mitbewohnerin nach Newcastle-under-Lyme und Hanley zu fahren. Zum Einen konnte ich mir dort (in Newcastle) den UMTS/GPRS Stick kaufen, den ich unbedingt benötige, damit ich hier eine Internetverbindung habe, zum Anderen konnte ich erste Eindrücke vom Städtekonglomerat sammeln. Ich war zwar in beiden Orten nur in den Einkaufsstraßen, aber für einen ersten Überblick hat das gereicht. Ich werde die Städte allerdings noch einmal auf eigene Faust erkunden.

Nachdem ich dann heute schön ausgeschlafen habe, habe ich mir ertsmal ein Buch geschnappt und gelesen. Nach viel mehr war mir da noch nicht zu Mute, obwohl das Wetter wieder bombig war - strahlend blauer Himmel. Als ich vom Lesen genug hatte, habe ich mich endlich aufgerafft und meinen Koffer ausgepackt und alle Sachen im begehbaren (wenn auch kleinen) Kleiderschrank eingeräumt. Dann kurz etwas gefrühstückt (so gegen halb 2) und auf gings nach Stoke. Ich hatte mir den Weg vorher kurz auf der Karte angesehen. Nach ein bisschen mehr als einer Stunde Fußmarsch (weil ich ja überall Fotos machen musste) war ich dann im Stadtzentrum. Also Stoke ist wirklich nicht die berauschendste aller Städte - wirklich nicht. Aber naja, was will man machen. Immerhin haben hier die Läden auch Sonntags auf. Außerdem konnte ich testen ob der Automat am Sainsbury's meine Sparkassenkarte akzeptiert - Gott sei Dank tat er's. Jetzt muss ich nicht mehr den Weg zum Tesco finden ;)
Ich habe mir noch das Münster angesehen und bin ein bisschen wirr durch die Innenstadt gelaufen und dem "Heritage Trail" gefolgt, das ist wie eine kleine Stadtführung, bis zum Bahnhof und zur Staffordshire University. Wie auch die Stadt ist diese nicht sonderlich hübsch. Alles ist überall ein bisschen dreckig und heruntergekommen (außer mein Wohnviertel, das ist wirklich schön), eben irgendwie industriestadtmäßig. Ich war dann noch im Hanley Park, der ist recht schön. Der Trentham Park soll auch sehr schön sein, aber den habe ich heute noch nicht entdeckt, aber ich habe ja noch ein bisschen Zeit.
Irgendwann hatte ich dann genug, es hat sich auch immer mehr zugezogen und irgendwann fing es ein bisschen an zu nieseln (im Moment regnet's übrigens - typisch) und mir wurde kalt. Ich habe mich dann auf den 1,25 stündigen Rückweg gemacht. Ich glaube insgesamt bin ich irgendwas um die 12 km gelaufen, tat aber gut.
Auch wenn die Stadt vielleicht nicht schön ist, denke ich sie hat noch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, zumindest in der Umgebung gibt es noch einiges zu sehen...