Sonntag, 1. März 2009

"Was ist das für ein Tier?" "Ein Bulle?" "Nein, der hat nicht solche Hörner..."

Gestern bin ich nach Oxford gefahren. Dazu bin ich sogar früher aufgestanden als wie wenn ich zur Arbeit muss. Der Wecker hat zwar zur gleichen Zeit geklingelt, aber diesmal bin ich sogar gleich aufgestanden - 10 vor 7.
Nach einer Stunde (wie immer) zum Bahnhof und ein bisschen mehr als 2 Stunden Zugfahrt bin ich um 11.14 Uhr in Oxford angekommen.

Ich bin aus dem Bahnhof raus...und direkt in einer Reisgruppe von deutschen Au-Pairs und Praktikanten gelandet. Da lief ich neben zwei Mädels, die sich gerade darüber unterhielten, was denn die Statue am Bahnhof sein soll - eine Kuh, ein Bulle? Vorlaut wie ich manchmal bin ,habe ich dann gesagt "Vielleicht ein Ochse? Das würde zumindest zum Namen passen" Nach ein wenig hin und her kamen die beiden dann auch zum Schluss, dass es wohl ein Ochse ist. Ist eigentlich auch wenig verwunderlich, da Ox Ochse heißt und im Stadtwappen von Oxford ein Ochse zu sehen ist :D

Grundsätzlich war es aber sehr praktisch, dass ich in der Reisegruppe gelandet bin. Da die nämlich geführt war, wurde ich direkt und ohne Probleme ins Stadtzentrum geführt. Dort habe ich mich dann auf den Weg gemacht, das Haus von J.R.R. Tolkien zu suchen - und bin prompt ein bisschen falsch gelaufen. Ich hab's aber schnell gemerkt und dann auch die richtige Straße, die mich zum Haus führen sollte, gefunden. Das war die Banbury Road, eine der Hauptstraßen. Das Haus sollte in der Northmoor Road sein. Ich dachte die ganze Zeit, dass die Northmoor Road eine Querstraße zur Banbury Road ist - das war sie aber nicht... Ich bin also die Banbury Road entlang gegangen und habe die Northmoor Road einfach nicht gefunden. Irgendwann war ich soweit gelaufen, dass ich dachte "Hmm, hier muss das doch irgendwo sein" Aber es war nichts zu sehen. Und was macht man wenn man etwas nicht findet? Richtig! Man fragt den Postboten. Der meinte zwar er weiß wo die Straße ist, musste dann aber doch noch in seinem Handy nachsehen. Mit seiner Hilfe habe ich dann endlich das Haus gefunden. Es ist eigentlich nicht spektakulär, in einer netten Wohngegend und am Haus ist eine blaue Plakette angebracht, auf der steht "J.R.R. Tolkien, Author of The Lord of the Rings lived here from 1930-1947".

Nachdem ich das Haus lang genug angestarrt und Fotos davon gemacht hatte, habe ich mich auf den Weg zum Pitt Rivers Museum gemacht. Dort spielen Szenen der "His Dark Materials" Trilogie. Der Hauptcharakter Lyra versteckt sich dort, wirft einen Blick auf ihr Alethiometer und findet einen Schädel mit einem runden Loch in der Schädeldecke - wer die Geschichte kennt, weiß wovon ich rede, wer nicht: egal :). Diesen Schädel gibt es dort wirklich und das wollte ich mir ansehen und herausfinden ob das Museum so aussieht wie ich es mir vorgestellt hatte.
Um dort herein zu kommen, muss man erst das University Museum finden...das hat eine Weile gedauert. Nach einer halben Ewigkeit - ich hatte ja schließlich nicht ewig Zeit in Oxford - habe ich es entdeckt. Das Museum ist wirklich schön, mit vielen Artefakten der Evolution. An der Rezeption habe ich dann gefragt wie ich denn zum Pitt Rivers Museum komme und da sagt mir doch der nette Herr "Normalerweise einfach geradeaus durchs Museum, aber unglücklicherweise ist das Pitt Rivers noch bis Mai geschlossen, Renovierungsarbeiten" Na toll! Umsonst das Museum gesucht. Naja, ich habe mich dann noch eine Weile im University Museum umgesehen und mich dann wieder auf den Weg in die Stadt gemacht. Mittlerweile war es 1 Uhr.

Auf dem Weg kam ich an der Bodleian Library vorbei gekommen. Leider kann man diese nur in einer geführten Tour besichtigen, dazu hatte ich aber keine Zeit. Wenn ich nochmal nach Oxford fahre, werde ich das aber tun, denn in dieser Bibliothek hat Tolkien angeblich viele Stunden verbracht als er "Der Herr der Ringe" schrieb und außerdem wurden dort Szenen aus Harry Potter gedreht.
Ich habe also nur Fotos von außen gemacht und bin dann weiter gegangen, vorbei an der Radcliffe Camera, auch eine Bibliothek, die man leider nicht betreten darf, da diese aktiv von Studenten genutzt wird.

Hinter der Radcliffe Camera liegt die St. Mary the Virgin Kirche. Dort bin auch auf den Turm gestiegen. Eine herrliche Aussicht. Blick über ganz Oxford und man kann sogar ein bisschen in die Innenhöfe der Colleges sehen, in die man sonst nicht rein kommt - leider. Ich wäre so gern mal bei einer Vorlesung dabei gewesen um zu sehen, wie das dort so läuft.
Allgemein würde ich gern mal eine Zeit lang in Oxford studieren. Die Atmosphäre dort ist einfach so toll. In der ganzen Stadt sind die Colleges verteilt, überall laufen Studenten durch die Gegend. Die sind alle ziemlich leicht zu erkennen, da ziemlich viele ein T-Shirt oder einen Pullover ihrer Uni trugen. Einfach nur genial, wirklich. Da ich so beeindruckt war, habe ich mir erstmal einen Oxford University Pullover gekauft (für 20 Pfund ging das eigentlich, vor allem wenn ich überlege dass mein Hard Rock Café Shirt 20 Pfund gekostet hat...) Ich war zwar nicht in einer Vorlesung dort...aber ich hab mir die Colleges angesehen :D Und ein richtiger Student dort würde ja auch das Wappen seiner Colleges auf dem Kleidungsstück haben, deswegen denke ich, man kann das akzeptieren, dass ich einen Pulli gekauft hab. Ist ja nur ein Andenken...oder vielleicht ein Ansporn, mich dort für ein Master Studium zu bewerben? Wer weiß...

Ich war dann fix was essen und bin dann auf den Carfax Tower gestiegen und konnte die herrliche Aussicht über Oxford - trotz Wolken - noch einmal genießen. Von dort konnte ich auch das Christ Church College sehen, das wohl größte und älteste College in Oxford. Das sollte auch mein nächster Anlaufpunkt werden.

Also wieder runter vom Turm und auf zum College! Dort angekommen erwartete mich erst einmal eine lange Schlange vorm Einlass. Während ich wartete, hatte ich Gelegenheit die verschiedenen Besuchergruppen zu beobachten. Eine Gruppe aus einem Spanisch sprechenden Land hat besondere Aufmerksamkeit erregt. Die trugen allesamt Cambridge Pullis :D Ich frage mich warum man sowas macht, wenn doch überall bekannt ist, dass Cambridge und Oxford verfeindet sind. Die hatten Glück, dass sie nicht verprügelt wurden, wirklich... Gott sei Dank verging die Warterei aber relativ schnell - ich glaube, es war maximal eine halbe Stunde später - und ich konnte mir das College von innen ansehen - zumindest den Teil, der für Besucher frei gegeben ist.
Das College ist einfach unglaublich! Es ist schon toll sich das einfach nur mal so anzusehen, aber was das Christ Church College außerdem noch so attraktiv für Besucher macht, ist die Große Halle, der Speisesaal des Colleges. Dieser Saal gab nämlich die Inspiration zur Großen Halle aus den Harry Potter Filmen. Ich bin mir grad nicht so sicher, ob dort auch Szenen gedreht wurden (also in der Halle), aber sie sieht wirklich genauso aus, wie die Halle in Hogwarts. Und ich hatte die Chance mir diesen Ort genauer anzusehen! Richtig klasse! Zudem denke ich, dass definitiv eine Szene aus "Der Stein der Weisen" auf der Treppe zur Halle gedreht wurde. Dort trifft Harry zum ersten Mal auf Draco Malfoy (im Film). Dort musste ich mich natürlich fotografieren lassen von verrückten Asiaten, die gestern zu Hauf in Oxford unterwegs waren :D
Die Kathedrale - die kleinste in England (oder sogar der Welt?) - des Colleges ist wunderschön und richtig gut erhalten. Dort gibt es sogar ein Fenster, dass etwas mit "Alice im Wunderland zu" tun hat, da der Autor im Christ Church College zu der Geschichte inspiriert wurde.
Nach der Kathedrale gings zur Picture Gallery. Ich bin dort einfach rein gegangen ohne mir etwas schlimmes zu denken. Ich guckte mir gerade die Bilder an, da sprach mich eine Frau vom Personal an und meinte ich müsste noch Einlass bezahlen. Hups! Hab ich gar nicht beachtet, dass die Gallerie nicht im Einlass inbegriffen war. Naja egal, bezahl ich einfach noch. War ja nur ein Pfund, da ich für den Rest ja schon bezahlt hatte und somit nur noch den halben Preis zahlen musste.

Als ich mir das College dann zu Ende angesehen hatte und wieder draußen war, hörte ich lautes Gejohle. Da dachte ich mir, dass ich dort doch noch schnell hingehen muss, ein bisschen Zeit habe ich ja noch. Also auf zur Quelle des Lärms!
Es stellte sich heraus, dass gerade die Ruderclubs trainiert haben. Schade, dass kein richtiger Wettkampf war, das wäre bestimmt interessant gewesen. Vor allem wenn man überlegt, dass gestern schon alle bei einem Training so abgingen! Wie soll das dann erst sein, wenn Oxford gegen Cambridge rudert??? Die totale Massenekstase wahrscheinlich. Genial!

Ich habe mich dann wieder zurück ins Stadtzentrum begeben und habe noch einmal beim Carfax Tower vorbei gesehen, da dort ein Cache versteckt ist. Den konnte ich mit Hilfe des Hinweises sogar ohne GPS finden.
Dann habe ich mich wieder ganz langsam zum Bahnhof begeben. Mir taten ja soooo die Füße weh, und die Beine, da wo sie in den Körper gehen! Und müde war ich, das war ich ja schon die ganze Woche.

Kurz vor 21 Uhr war ich wieder zu Hause, habe dann eine chinesische Nudelsuppe gegessen und ein bisschen fern gesehen und mit dem Schatzi geskyped.
Heute mache ich mal wieder einen Faulenzertag. Mir tun immernoch die Beine und Füße weh :D
Aber Oxford war echt sooooo toll. Gut, dass ich das durchgezogen habe :)

Freitag, 27. Februar 2009

Neue Chipssorten - Fortsetzung

Heute hat Janet die restlichen 3 neuen Chipssorten mitgebracht - Fish 'n' Chips, Duck und Cajun Squirrel. Ich muss sagen: Ich bin froh, dass ich letzte Woche die anderen drei Sorten gekauft habe, denn die waren wenigstens noch lecker bishin zu halbwegs genießbar.

Als erstes haben wir Ente getestet. Ente schmeckte noch recht gut, sehr asiatisch. Im Prinzip als würde man gebackene Ente beim Chinesen bestellen. Aber trotzdem sehr zimtig.

Als zweites haben wir dann Cajun Squirrel gegessen. Ich weiß gar nicht wie ich den Geschmack beschreiben soll. Irgendwie sehr viele Kräuter und Knoblauch drin. Es schmeckte auch irgendwie orientalisch und irgendwie auch leicht geräuchert. Wirklich extrem schwer zu beschreiben. Kurz und knapp würde ich sagen, sie schmekcten einfach komisch. Wenn man sie in den Mund genommen hat erst ein bisschen eklig und beim kauen wurden sie dann besser. Aber diese Sorte möchte ich bei einem gemütlichen Fernsehabend trotzdem nicht auf dem Tisch stehen haben.

Die letzte Sorte, die jetzt noch zu testen war, war Fish 'n' Chips. Das war ja wohl das absolut widerligste was ich in meiner Zeit hier in England (und vielleicht sogar generell bisher) gegessen habe. Sobald die Tüte aufgemacht hat, stieg einem ein stinkender, wie 5 Tage alter Fisch riechender, Geruch in die Nase. Außerdem war das ganze noch mit Essig gewürzt. Die Chips schmeckten dann also wie ein 5 Tage alter Rollmops - einfach nur eklig. Und einige fanden den Geschmack toll!!! Das kann ich absolut nicht nachvollziehen, sowas abscheuliches...da schüttelt's mich einfach nur noch.

Ich hab jetzt auch meine Stimme abgegeben, denn man darf ja für seine Lieblingssorte abstimmen. Ich habe Builders Breakfast gewählt, das war einfach mein Favorit. Auch wenn Onion Bahji nicht schlecht war, aber sowas haben wir ja in Deutschland schon :)

Donnerstag, 26. Februar 2009

Die endlos lange Woche

Diese Woche will einfach nicht vorbei gehen. Der Tag zieht sich unglaublich in die Länge.
Wahrscheinlich denke ich zuviel darüber nach, dass es ja nur noch ein bisschen mehr als 2 Wochen hier in England sind. Und so langsam wird die Sehnsucht nach Hause doch etwas größer.
Aber ich freue mich trotzdem schon riesig auf das nächste Wochenende. Da werde ich nach Oxford fahren. Das kostet zwar wieder ewig viel Geld und die Zugfahrt dauert ein bisschen mehr als 2 Stunden, aber es gibt dort unglaublich viel zu sehen - Harry Potter, Herr der Ringe, Der Goldene Kompass und und und.
Vielleicht fragen sich jetzt einige "Hä, warum Herr der Ringe?" Ja, weil J.R.R. Tolkien in Oxford gelebt hat und dort Professor an verschiedenen Universitäten war. Ich werde mir auf jeden Fall sein Haus ansehen, vielleicht auch sein Grab...und vielleicht gehe ich in dem Pub essen, in dem Tolkien sich häufig mit C.S. Lewis (Die Chroniken von Narnia) getroffen hat.
Aber bis dahin sind es ja noch 1,5 endlose Tage...
Oh ich sollte wirklich aufhören über die Zeit nachzudenken :D
Ich denke, ich werde jetzt noch ein paar Produktbeschreibungen verfassen und dann geht die Zeit hoffentlich schneller rum.

Samstag, 21. Februar 2009

York - Die Stadt mit der Winkelgasse

Heute war ich mit Stefan in York - eine schöne kleine Stadt im Osten Englands.

Da York etwas mehr als 2 Stunden mit dem Zug von mir entfernt ist, hieß es für mich heute schon um 7 Uhr aufstehen...ich musste ja noch duschen und frühstücken. Nach einer Stunde zum Bahnhof laufen, wollte ich mit dem Zug um 9.18 Uhr nach Manchester (dort musste ich umsteigen) fahren. Das war auch gut so, denn der Zug um 9.25 Uhr wurde gestrichen - angeblich weil gerade ein Zugmangel herrscht, das stand zumindest an der Anzeigetafel. Als ich in Manchester ankam, musste ich aber leider feststellen, dass dort mein Anzugschluss gestrichen wurde. Ganz toll! Naja, wenigstens musste ich nur eine halbe Stunde warten.

Kurz vor 12 kam ich in York an. Gemeinsam mit Stefan ging es dann direkt in die Stadt, der Bahnhof liegt auch ziemlich zentral.
Als erstes sind wir über ein Wikinger Festival gestolpert und habe verrückten Männern in komischen Kostümen beim Kämpfen zugesehen. War recht lustig, weil sie eine Schlacht nachgestellt haben. Erst sind alle auf einander zugelaufen, dann haben sie ein bisschen so getan, als würden sie kämpfen, eine zweite Truppe hat sich mit Speeren bekämpft und ab und zu ist mal einer auf den Boden gefallen und hat so getan als wäre er erledigt worden. Da sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer tierisch gelacht haben, war das wirklich eine sehr spaßige Sache :D
Als wir uns genug Kampfszenen angesehen hatten und das Gelände erkundet war, ging es weiter ins Stadtzentrum, wo wir auch gleich zum Münster kamen. Das haben wir uns aber erst später angeguckt.
Wir hatten Hunger und haben uns deshalb erstmal auf die Suche nach etwas Essbarem gemacht. Dabei sind wir durch die "The Shambles" gelaufen. Das sind kleine alte Gässchen, die aussehen wie die Winkelgasse bei Harry Potter. Keines der Häuser ist gerade und alle sind ziemlich alt. Außerdem sind in den meisten Häuschen kleine Geschäfte - von Süßwaren über Juweliere und gemütliche Pubs.

Nach dem Essen sind wir zurück zum York Minster gelaufen. In dieser riesigen Kirche kann man sich allein schon mindestens 2 Stunden aufhalten. Es gibt wirklich viel zu sehen und sie ist wirklich gut erhalten. Hat mich ein bisschen ans Westminster Abbey in London erinnert...der Eintritt war ähnlich hoch. Wir haben 8 Pfund für Kirche, Gruft und Turmbesteigung bezahlt. Allerdings muss ich sagen, dass es sich echt gelohnt hat.
Da man den Turm nur alle halbe Stunde besteigen konnte und unglaublich viele Leute unterwegs waren, mussten wir uns direkt nach dem letzten Einlass anstellen - also eine halbe Stunde warten. Da wir ja noch mehr von York sehen wollten, ist dann immer einer in der Schlange stehen geblieben und der andere hat die Gruft, Schatzkammer und römischen Ausgrabungen begutachtet. Selbst dort hätte man mindestens eine Stunde zubringen können, wenn man sich alles durchgelesen hätte.
Die Turmbesteigung war recht lustig. Hinter uns war ein Junge, der ja sooooooo genervt hat, die ganze Zeit hat er gequatscht - aber dumme Sachen - und umher geheult, dass er nicht mehr Treppen steigen kann. So hoch war der Turm gar nicht, es waren nur 275 Stufen. Das letzte Stück war aber extrem, da der Gang nur knappe 50 cm breit war - kein Ort für füllige Menschen, es standen sogar Warnschilder :D
Der Ausblick von der Turmspitze war aber toll. Gott sei Dank war das Wetter heute so gut, nur ein paar Wolken am Himmel. Man konnte richtig weit sehen und schöne Fotos machen.

Nach dem Münster ging's zur Castle Area. Auf dem Weg sind wir an einem internationalen Markt vorbeigekommen, wo wir sogar später noch eine deutsche Bratwurst gegessen haben. Gerade als ich heute morgen nach York gefahren bin, ging mir durch den Kopf, dass ich ja eine schöne Bratwurst mit Senf essen kann sobald ich wieder in Deutschland bin...und dann dieser Bratwurststand - perfekt. Leider war der Senf nicht so lecker und die Bratwurst hätte wohl auch besser geschmeckt, wenn ich mehr Hunger gehabt hätte. Aber egal. Es gab an einem anderen Stand sogar Bautzner Senf zu kaufen :D

Vom Schloss ist in York nicht mehr viel übrige geblieben, nur noch ein Turm, der daran erinnert. Den haben wir auch noch besichtigt und dann ging es auch schon wieder zurück zum Bahnhof. Auf dem Rückweg haben wir sogar noch zwei Caches gefunden und sind noch ein bisschen auf der Stadtmauer entlang gelaufen.

Um 16.40 Uhr bin ich dann mit dem Zug zurück nach Stoke gefahren und war dann gegen 8 Uhr wieder zu Hause.

York kann ich wirklich jedem nur empfehlen. Ich könnte auch noch einmal hinfahren, weil wir heute gerade mal einen Bruchteil von dem gesehen haben, was es alles zu sehen gibt :)

Freitag, 20. Februar 2009

Jungs und Spielzeug...

Heute war ich mit Julie im Lager von Michelin Lifestyle. Ein großer Lagerraum vollgestopft mit Merchandise Artikeln aller Art - von Plüschfiguren über Duftbäumchen und Felgen bis hin zu Kindersitzen.

Weil dort auch unglaublich viele Sachen stehen, die noch nicht im System erfasst sind, habe ich die heute eingebucht - zumindest ein paar Sachen davon, denn so richtig zum Arbeiten kam ich gar nicht :D
Wir sind gegen halb 10 ins Lager gefahren. Als wir dort waren habe ich erstmal ein paar Sachen ausgeschildert, die ich am Montag schon eingebucht hatte. Als ich damit fertig war, wollte ich neue Produkte einbuchen. Leider ging das aber nicht, weil wir den Zettel mit den dazugehörigen Bildern und Nummern im Büro liegen gelassen hatten. Also musste Julie nochmal ins Büro fahren.
Zwischenzeitlich kam Martin noch vorbei und ich habe ihm dann geholfen die Regale leer zu räumen weil er und Julie angefangen haben, das Lager aufzuräumen.
Kurz nach elf konnte ich dann mit dem Buchen weitermachen. Bis 12 habe ich gearbeitet, dann war Mittagspause, die heute ziemlich lang ausgefallen ist - irgendwie haben wir nicht auf die Uhr geschaut :D Kurz vor 2 wollte ich dann mit einem neuen Karton voller T-Shirts und Caps weitermachen, aber dann kamen die Jungs vorbei - also die Kollegen aus dem Büro. Die haben dann alles angeguckt und viele Sachen aus Interesse ausgepackt - ich natürlich auch. Ich hab dann Fly Wheels gefunden und konnte damit nichts anfangen. Martin hat mir dann gezeigt wie die Dinger funktionieren - sie werden in Rotation gebracht und dann sollen sie eigentlich durch die Gegend fliegen. Das hat aber leider nicht so wirklich funktioniert, aber lustig war es trotzdem, weil Martin auf ein Regal geklettert ist, weil das Rad dann weiter fliegen sollte...zumindest in der Theorie.
Gegen 3 Uhr konnte ich eine 3/4 Stunde weiterarbeiten...und dann ist das System abgestürzt. Irgendwann ging's dann wieder und dann konnte ich ungestört bis zum Ende arbeiten.
Alles in Allem aber trotz der Unterbrechungen - oder gerade wegen den Unterbrechungen - ein sehr sehr lustiger Tag.

Nach der Arbeit bin ich zum Bahnhof gelaufen und ein Ticket nach York gekauft. Danach ging's noch zum Einkaufen. Neben allen Sachen, die ich auch wirklich brauche, habe ich noch eine Tüte mit neuen Chipssorten gekauft. Die Firma Walkers hat gerade eine Aktion gestartet, bei der sie 6 neue Sorten für eine begrenzte Zeit auf den Markt bringt. Die Kunden dürfen dann wählen, welche Sorte dann richtig auf den Markt kommen soll. Im Moment gibt es die Sorten Onion Bahji, Chili & Chocolate, Builder's Breakfast, Squirrel, Fish 'n' Chips und Roast Duck (oder so). In der Packung, die ich heute gekauft habe, sind die ersten drei Sorten drin.
Ich hab natürlich gleich eine getestet - Builder's Breakfast. Sehr lecker. Ich glaube die haben da mehrere verschiedene Chipssorten zusammengeschmissen. Manche Chips schmecken ein bisschen wie ein Spiegelei, manche nach Schinken und manche nach Tomate, aber wirklich sehr lecker. Ich denke morgen teste ich die nächste Sorte, mal sehen wie das dann schmeckt.
Wirklich gespannt bin ich aber auf Squirrel - Eichhörnchen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Chips mit Eichhörnchengeschmack gibt, das muss irgendetwas anderes sein - wobei wir ja mittlerweile wissen, dass die Briten ein bisschen eigen sind, was das Essen angeht :D

Sonntag, 15. Februar 2009

Marmite

Ich habe ja mal irgendwann geschrieben, dass ich mir Marmite gekauft habe und dass ich jetzt auch endlich Brot habe, auf dem ich diesen umstrittenen Brotaufstrich testen kann.
Heute war es soweit. Ich habe es ausprobiert.
Marmite ist ein Brotaufstrich, der aus Bierhefeextrakt hergestellt wird. Außerdem sind noch jede Menge Salz, Gewürze - nur weiß ich nicht was für Gewürze - und Vitamine (vor allem B) drin.

Die Konsistenz ist Sirupartig und das ganze hat eine "wunderschöne, appetitanregende" braune Farbe.

Ich habe mich neulich mit Nigel, einem meiner Kollegen über Marmite gesprochen. Gott sei Dank haben wir das getan, denn er meinte, er mag Marmite. Aber man muss es ganz dünn aufs Brot streichen, da es so extrem würzig und salzig ist.
Diesen Tipp habe ich heute beherzigt und eine ganz kleine und dünne Schicht Marmite auf ein Stück Baguette geschmiert.
Also der Geschmack ist wirklich schwer zu beschreiben. Sehr sehr salzig und schmeckt wirklich sehr nach Hefe bzw. Bier. Vielleicht auch noch ein bisschen bitter...ich weiß es nicht. Wie vieles was die Engländer so entwickeln schmeckt es auch ziemlich komisch.
Ich weiß jetzt, dass ich definitiv zu der Gruppe von Menschen gehöre, die Marmite hassen - denn auch dir britische Bevölkerung ist geteilter Meinung. Naja, einen Versuch war es auf jeden Fall Wert. Ich denke wenn es nicht ganz so intensiv wäre, könnte das Zeug wirklich ganz gut schmecken. Das einzig dumme ist nur, dass ich jetzt ein volles Glas Marmite hier stehen habe und NIE essen werde :D Vielleicht sollte ich Nigel fragen ob er es haben will...

Samstag, 14. Februar 2009

Birmingham - eine Stadt...

...voller Deutscher. Nein, ehrlich, so viele Deutsche habe ich in meiner ganzen Zeit in England nicht gesehen. Selbst als ich vor ein paar Jahren mal in London war, liefen nicht so viele deutsche Touristen durch die Stadt.

Nachdem ich mich entschieden habe, einen Tick länger zu schlafen - also bis 8.45 Uhr, bin ich kurz nach 11 mit dem Zug nach Birmingham gefahren. Die Fahrt hat 51 Minuten gedauert und so war ich schon kurz vor 12 in Birmingham. Die Haltestelle New Street liegt direkt in der Innenstadt und wenn man aus dem Bahnhof heraus geht, hat man sofort ein riesiges Einkaufszentrum vor der Nase. Ich bin aber erstmal nicht reingegangen, sondern habe mich durch die Innenstadt geschlagen.
Es ist wirklich stark zu merken, dass Birmingham recht stark unter dem zweiten Weltkrieg gelitten hat, denn die Stadt ist dominiert von großen Betonklötzen. Aber hier und da findet sich noch das eine oder andere schöne Gebäude.
Als ich durch die Innenstadt in Richtung Victoria Square lief, habe ich mal kurz im Tesco vorbei geschaut. Und endlich habe ich gefunden was ich schon immer finden wollte aber bisher noch nicht gefunden habe - Chips mit Worcester Soßen Geschmack. Die musste ich natürlich kaufen, aber natürlich nur in einer kleinen Tüte. Ich muss sagen...viel kann man davon nicht essen :D Sie schmecken ungefähr wie Chips mit Essig, aber noch etwas würziger und irgendwie auch ein bisschen süß - eben wie Worcester Soße auf Chips...also sehr komisch. Aber ich musste das einfach probieren :D

Ich kam dann also ein paar Minuten und Chips später am Victoria Square an. Dort ist auch das Rathaus, dass eher in römischem Stil gehalten hat. Es gibt viele historische Gebäude und der Platz ist einfach ganz schön. Schade, dass das Wetter nicht so toll war. Bei Sonnenschein wäre dort bestimmt mehr los gewesen. Heute habe ich ein paar Jugendlichen beim Parcourstraining zugesehen und dann hat noch eine Gruppe von Menschen angefangen (ich glaub) afrikanische Musik zu machen. Wie gesagt - oder besser geschrieben - schade, dass das Wetter nicht besser war.

Vom Victoria Square bin ich dann in Richtung Jewellery Quarter gelaufen. Dieses Viertel ist wirklich der Traum jeder Frau. Ein Juweliergeschäft neben dem anderen. Und manche sind wirklich günstig aber trotzdem von sehr guter Qualität. Manche Geschäfte werben aber auch mit Slogans wie "Wir schlagen jeden Preis - bei uns gibt es Ringe schon ab nur 700 Pfund!"
In dem Viertel gibt es auch eine Schule für Juweliere, in der sie dir Kunst der Schmuckgestaltung etc. lernen. Ich wollte eigentlich auch dem Museum einen Besuch abstatten, aber leider hatte ich nicht soviel Zeit auf die nächste Führung zu warten, also habe ich mir nur eine kleine Ausstellung angesehen. Es ist schon klasse zu sehen, wie filigran manche Stücke bearbeitet wurden und aus welchen Materialien Schmuck hergestellt wurde und hergestellt wird.
Da es langsam Zeit wurde, etwas zu essen, bin ich wieder Richtung Innenstadt gelaufen und habe dort etwas gegessen.

Nach dem Mittag bin ich Richtung "The Mailbox" gegangen. Ich wusste nicht was das sein soll, aber wenn das auf den Wegweisern für Fußgänger drauf steht, läuft Claudi natürlich auch hin.
Es stellte sich heraus, dass dort einige Bars und Geschäfte sind und dort der Anfang eines schönen Wegs entlang einem der vielen Kanäle in Birmingham ist. Birmingham hat wohl mehr Kanäle als Venedig.
Wie auch immer, ich bin dann eine Weile entlang des Kanals gelaufen. Es war wirklich schön, aber ich habe mich geärgert, dass ich schon gegessen hatte, denn dort gab's wirklich schöne Bars und Restaurants und die Preise waren super. Zwischenzeitlich habe ich aufgrund des Wetters schon überlegt ins Sealife Center zu gehen, aber als ich die Schlange gesehen habe, bin ich weiter gegangen.
Mein nächstes Ziel war das ICC, das Internetional Convention Centre, also eine riesen Messehalle. Leider war im Moment keine Messe, also bin ich nur durchgelaufen und war auf dort auf dem Klo :D
Ich kam dann wieder dort raus wo ich Mittag gegessen hatte. Von dort bin ich wieder durch die Innenstadt zu einer Kathedrale. Die habe ich noch besichtigt. Englische Kirchen sind wirklich gut beheizt und irgendwie auch immer wieder interessant. Von dort ging's noch kurz in Richtung Chinatown.

Ich habe dann mal einen Blick auf die Uhr geworfen und es war schon halb 5. Ich wollte den Zug um 16.57 Uhr nach Stoke nehmen, jetzt musste ich also schleunigst noch zum Bahnhof. Ich hätte mir noch ein bisschen mehr angucken können, aber das meiste habe ich ja geschafft - also zumindest alles das was in meinem Reiseführer stand und da stand eine Menge :) Trotzdem gibt es noch Dinge, die ich noch nicht gesehen habe und Zeit zum Cachen hatte ich auch nicht :D

Alles in Allem aber ein gelungener Tag. Postkarten habe ich auch endlich abgeschickt. Jetzt heißt es nur noch Daumen drücken, dass sie auch ankommen...